© Foto Christian Brunnthaler

Foto Christian Brunnthaler

Fortschritte bei der Domrenovierung

Drei Monate ist es her, seitdem der Grazer Dom geschlossen wurde, um notwendige Renovierungsarbeiten durchzuführen. In einem ersten Schritt wurden die Langbänke aus dem Hauptschiff ausgebaut und für den Gerüstaufbau entfernt. Ca. 42 Tonnen an Gerüst mussten eingebracht und aufgestellt werden, um den Zugang bis an die Decke zu gewährleisten. Drei Plateaus ermöglichen die Arbeiten an den Deckenfresken und den Fresken der beiden Seitenschiffe sowie den Zugang bei Baustellenführungen.

Man glaubt es kaum, wieviel Schmutz sich im Lauf der Jahre ansetzt – oder doch? Sämtliche bemalte Flächen wurden händisch vom Schmutz gereinigt. Dazu wurden kleine Spezialschwämmchen verwendet. Das Verfahren nennt sich Trockenreinigung.

Längst bevor die eigentliche Arbeit am Objekt beginnt, sind Nachforschungen notwendig, um Aufzeichnungen zu finden, die Hinweise zum Aufbau und der Ausführung des Kunstwerks wie z.B. Putzgrenzen, Ritzungen, Vorzeichnungen, Spolvero, Pentimenti usw. geben. Hinzu kommt das Interesse an der Beschaffenheit des Originals, mögliche Veränderungen oder gar Beschädigungen der Malflächen im Lauf der Zeit oder auch Restaurierungsmaßnahmen. Diese geben wichtige Aufschlüsse für das Vorgehen, wenn gleich die individuellen Probleme des einzelnen Objektes vorrangig im Auge behalten werden.

Die Arbeit an den Fresken der beiden Seitenschiffe ist besonders intensiv. Einerseits sind die Einzeljoche, die pro Joch bis zu 240 Stunden Arbeit beanspruchen, zu renovieren, andererseits sind die beiden großen Christophorusfresken stark in Mitleidenschaft gezogen. Es geht dabei nicht um eine Rückführung in den ursprünglichen Zustand, da wir diesen nicht kennen. Dies wäre auch einer Neuinterpretation gleich, die nicht erwünscht ist. In einem ersten Schritt werden die Malflächen gereinigt. In Folge wird bestimmt, welche Methode der Malschichtbehandlung erfolgt.

Wie die Fotos von den Christopheri zeigen, ist die Arbeit ein Prozess mit Erkenntnisgewinn und mancher Überraschung. Es kommen auch Beschädigungen zum Vorschein, die es zu restaurieren gilt. Risse sind zu füllen, Fehlstellungen zu retuschieren, kleinere Putzstellen zu festigen.

Arbeiten aus früherer Zeit sind nicht immer fachkundig oder zum guten Erhalt der Substanz durchgeführt worden. Dies alles erfordert äußerste Präzision bei der Restauration, die in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt immer wieder diskutiert und festgelegt wird.

Christian Brunnthaler

 

 





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