Zukunft säen - Segen sein

Fronleichnam, 31.05.2018, 09:00 Uhr

Am zweiten Donnerstag nach Pfingsten begeht die katholische Kirche das Fronleichnamsfest, auch "Hochfest des Leibes und Blutes Christi" genannt.

Die Grazer Fronleichnamsfeier steht in diesem Jahr unter dem Motte „Zukunft säen – Segen sein“.

Diözesanbischof Dr. Wilhelm Krautwaschl zelebriert am Donnerstag, 31.05.2018, um 09:00 Uhr die heilige Messe im Dom. Anschließend findet die Prozession zum Grazer Hauptplatz statt, wo eine Andacht mit der Ansprache des Bischofs gefeiert wird. Im Anschluss laden Grazer Pfarren zur Agape ein.

Die geschichtlichen Wurzeln des Fronleichnamsfestes reichen bis in das 13. Jahrhundert zurück. In dieser Zeit veränderte sich die Messfeier dahingehend, dass in der Eucharistie zunehmend die Realpräsenz Christi in Brot und Wein in den Mittelpunkt rückte und der Gedächtnischarakter in den Hintergrund trat. Zugleich entwickelte sich auf diese Weise zunehmend eine Verehrung der eucharistischen Gaben. Der Name "Fronleichnam" leitet sich im Übrigen vom mittelhochdeutsche Wort "vronlichnam" ab und bedeutet soviel wie "Leib des Herrn".

Aus dieser Zeit einer tiefen eucharistischen Frömmigkeit ist auch die Vision der Augustinernonne Juliana von Lüttich (+ 1258) überliefert, der im Traum das Bild eines leuchtenden Mondes mit einem schwarzen Fleck erschien. In ihrer Vision habe Christus selbst ihr dieses Bild erschlossen: der Mond bedeute das Kirchenjahr, die dunkle Stelle jedoch, dass es eines eigenen eucharistischen Hochfestes, eines Dankfestes zur Ehre der Präsenz Christi in Brot und Wein, fehle.

Im Mittelpunkt dieses Festes steht die Eucharistie, d.h. die Gegenwart Jesu Christi in Brot und Wein. An Fronleichnam gedenkt die Kirche der Einsetzung dieses Sakraments durch Jesus Christus selbst.

Einzig ihrem Beichtvater, dem Erzdiakon von Lüttich und späteren Papst Urban IV. (1261-1264) erzählte die Nonne von ihrer Vision. Als Papst rief er am 11. August 1264 das "Hochfest des Leibes Christi" aus und erklärte es mit der Enzyklika "Transiturus de hoc mundo" (an der auch der Heilige Thomas von Aquin maßgeblich beteiligt war) zum allgemeinen kirchlichen Fest.

Das Brauchtum der Fronleichnams-Prozession geht auf das Jahr 1277 zurück, wo in Köln erstmals eine Prozession am Fronleichnamstag stattfand. Bis heute schreiten die Katholiken dabei durch die Straßen und zeigen die Hostie in einer Monstranz als Zeichen Christi in der Welt. An Kreuzweg-Altären wird dabei angehalten und gebetet. In manchen Orten - wie in diesem Jahr in Kärnten und in Oberösterreich - finden die Prozessionen auch zu Wasser statt. In der Steiermark hat sich der Brauch großer Blumenteppiche herausgebildet. Mancherorts ist es auch üblich, entlang der Prozessionsstraßen grüne Birken aufzustellen.

Quelle: https://www.katholisch.at/fronleichnam



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