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Inhalt:
Allerheilligen

Reichtum unseres Glaubens

Homilie von Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl am Hochfest Allerheiligen im Ägydiusdom zu Graz

Gottesdienst zu Allerheiligen
Gottesdienst zu Allerheiligen
Foto Christian Brunnthaler

1. Wenn wir aller Heiligen gedenken, dann gilt es mehreres zu bedenken. Dies möchte ich uns heute in aller Kürze in Erinnerung rufen.

2. Bei einer Begegnung vor einigen Wochen mit Tagungsteilnehmern, die in Rom das Thema "Heiligkeit heute" vertieften, meinte Papst Franziskus unter Verweis auf das Zweite Vatikanische Konzil und die Kirchenkonstitution, in der es unter anderem in einem eigenen Kapitel gibt, das der allgemeinen Berufung zur Heiligkeit in der Kirche gewidmet ist, dass "alle zur Heiligkeit berufen" seien[1]: "In den Eltern, die mit Liebe die Kinder aufziehen, in den Männern und Frauen, die ihre tägliche Arbeit mit Engagement verrichten, in den Menschen, die unter einer Behinderung leiden, in den älteren Menschen, die weiterhin lächeln und Weisheit anbieten." Dieses Zeugnis eines christlichen Lebenswandels sei für uns alle "eine Einladung, persönlich auf den Ruf zur Heiligkeit zu antworten. [...] Es sind Heilige von nebenan, die wir alle kennen"[2]. Zudem machte der Papst in dieser Audienz deutlich: "Die Heiligkeit ist in der Tat kein Programm von Anstrengungen und Entsagungen, sie ist keine ,spirituelle Gymnastik‘, nein, sie ist etwas anderes; sie ist vor allem die Erfahrung, von Gott geliebt zu sein, seine Liebe, seine Barmherzigkeit, unentgeltlich zu empfangen."

3. Chiara Lubich macht in einer ihrer vielen Überlegungen auf einen anderen Aspekt aufmerksam: "Heilig ist [..], wer nicht um sich selbst kreist, sondern in dem lebt, was ein Anderer, was Gott möchte"[3]. Und tatsächlich: es geht denen, die in der Nachfolge Jesu Christi stehen und gehen nicht um Selbstoptimierung, sondern um das Tun des Willens Gottes. Und hierfür braucht es Aufmerksamkeit und die Fähigkeit des gemeinsamen Horchens auf IHN, der uns im Heute entgegenkommt und in Seinem Wort sich uns erschließt.

4. Im Schlussgebet des heutigen Festes heißt es: "Dich ehren wir, wenn wir der Heiligen gedenken". Damit wird ein weiterer Aspekt des heutigen Festes angesprochen. Eigentlich gibt es nur den einen Heiligen, Gott selbst. Durch die Taufe sind wir eingetaucht in Seine Nähe und stellen daher mit unserem Denken, mit unserem Tun und Lassen IHN dar in Seiner Nähe und Güte zu den Menschen. Dies ist gerade in Zeiten fundamentaler Herausforderungen, wie sie sich uns derzeit aufs Neue stellen, von enormer Bedeutung.

5. Es gibt verschiedene Möglichkeiten sich dem heutigen Festgeheimnis zu nähern. So reich ist unser Glaube!

 

[1] Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche "Lumen gentium" Nr.

[2] https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2022-10/papst-franziskus-heiligkeit-sinn-fuer-humor-audienzen.html (6.10.2022)

[3] Chiara Lubich: Jetzt leben. Wert des Augenblicks, München 2018, 26.

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Gebet für die verstorbenen Bischöfe der Diözese Graz-Seckau

Fotos Christian Brunnthaler


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