Liturgie und Kirchemusik im Dom

„Die Musik schließt dem Menschen ein unbekanntes Reich auf, eine Welt, die nichts gemein hat mit der äußeren Sinnenwelt, die ihn umgibt und in der er alle bestimmten Gefühle zurücklässt, um sich einer unaussprechlichen Sehnsucht hinzugeben.“
Dieses Zitat findet sich in einer Schrift über Beethovens Instrumentalmusik, die der vor 250 Jahren geborene Jurist, Komponist, Kapellmeister, Musikkritiker, Zeichner und Schriftsteller E. T. A. Hoffmann verfasst hat.
Hoffmann spricht von einer unaussprechlichen Sehnsucht – und wir dürfen in freier Interpretation ein Wort des Hl. Augustinus dazu legen, der vom unruhigen Herzen spricht, das erst in Gott seine Ruhe findet.
Die Feier der Gottesdienste ist immer ein betendes Hören, Bitten und Rufen: Gott allein ist letzte Antwort auf all unser unruhiges Fragen.
Die Musik in der Liturgie unterstreicht das, was wir hoffen, beten und feiern – ja mehr noch: Musik ist klingendes Gebet! Ehrliches Beten, das von Herzen kommt, ist immer ein Offenhalten dieser Sehnsucht nach Gott und seiner Nähe.
Mit diesen Zeilen möchte ich zum persönlichen Nach- und Weiterdenken anregen. Gleichzeitig sage ich allen, die in unserer Dommusik wirken, ein aufrichtiges und ehrliches DANKE!
Ich freue mich auf die Musik in den Gottesdiensten und Konzerten, die es vermag, Ohren zu erfreuen und Herzen zu berühren. Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Zeit.
Dompfarrer Dr. Ewald Pristavec