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Inhalt:
Predigt

Gott öffnet selbst dort Wege, wo wir nur Kreuz sehen

Predigt von Weihbischof Mag. Johannes Freiteag MBA am Palmsonntag, 29. März 2026, im Grazer Dom

© Christian Brunnthaler

Liebe Schwestern und Brüder,

der Palmsonntag gehört zu den eindrücklichsten Tagen im Kirchenjahr. Er ist voller Bewegung, voller Bilder, voller Stimmen. Die Liturgie lässt uns gleichsam zwei Szenen erleben, die kaum gegensätzlicher sein könnten:

Am Anfang steht der Jubel.

Jesus zieht in Jerusalem ein. Menschen säumen den Weg. Sie breiten ihre Mäntel aus, nehmen Palmzweige in die Hände und rufen laut: „Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!“

Es ist ein Moment sehnsuchtsvoller Hoffnung und ein Moment der Begeisterung. Viele spüren: Hier geschieht etwas Besonderes. Hier kommt einer, der eine neue Zeit einläuten könnte.

Doch wir wissen: Nur wenige Tage später wird derselbe Ort ganz andere Rufe hören. Dann wird aus dem Hosanna ein „Kreuzigt ihn!“. Zwischen diesen beiden Rufen liegen nur wenige Tage. Und doch scheint eine ganze Welt zwischen ihnen zu liegen.

Diese Spannung macht den Palmsonntag so eindringlich: Er zeigt uns, wie schnell Erwartungen kippen können.

Und diese Spannung ruft uns im Blick auf Vergangenheit und Gegenwart Entscheidendes in Erinnerung: Manchmal kommt am Ende etwas heraus, was am Anfang niemand wollte.

Das gilt für Jerusalem zur Zeit Jesu, aber auch heute. Es gilt für unsere kleine Lebenswelt und für die Welt im Großen. Es gilt in Beziehungen und Gemeinschaften, aber auch im Miteinander vereinter Nationen.

Manchmal ist ein Anfang bestimmt von großen Hoffnungen. Wir setzen Erwartungen an einen Beginn, stellen uns vor, wie etwas werden könnte, und investieren Zeit und Energie. Und dann läuft es nicht nach unseren Vorstellungen … Es drängen sich uns Gedanken auf, die in Frage stellen. Feindseligkeiten kommen zum Ausdruck. Hass und Neid werden innerlich oder äußerlich geschürt, und damit nimmt die Stimmung eine Wende. Immer schneller setzen wir uns innerlich auf einen Richterstuhl, ziehen uns zurück und distanzieren uns … Ein gemeinsamer Anfang endet im Streit. Ein vielversprechendes Projekt scheitert. Eine Beziehung, die von Vertrauen geprägt war, gerät in eine Krise.

Auch gesellschaftlich erleben wir solche Entwicklungen. Bewegungen beginnen mit Begeisterung und enden in Ernüchterung. Hoffnungen werden geweckt und zerbrechen später. Dabei wird immer wieder die Macht des Wortes sowie die Stimmung, die umschlägt und kippt, deutlich.

Der Palmsonntag hält uns diese Dynamik vor Augen und ruft uns ins Gedächtnis: Worte schaffen Realitäten.

Doch zugleich führt der heutige Beginn der Heiligen Woche zu einer tieferen Frage: Welche Erwartungen tragen wir eigentlich in uns – auch gegenüber Gott?

Denn die Menschen, die Jesus damals zujubeln, haben klare Erwartungen. Sie sehen in ihm den Messias, den Retter aus Not. Viele hoffen auf einen politischen Befreier. Einen starken Führer, der das Volk Israel von der römischen Besatzung befreit. Einen König, der Macht zeigt und die Verhältnisse verändert.

Doch Jesus erfüllt diese Erwartungen nicht.

Das beginnt schon mit der Art seines Einzugs. Er kommt nicht auf einem Streitwagen. Er kommt nicht auf einem stolzen Pferd. Er kommt auf einem Esel.

Für die Menschen damals war dieses Bild voller Bedeutung. Es erinnert an eine alte Prophetenverheißung: Der König des Friedens kommt nicht mit militärischer Macht, sondern in Sanftmut.

Der Esel ist ein Zeichen. Er zeigt: Dieser König regiert anders.

Das widerspricht der Logik der Macht: Wer stärker ist, setzt sich durch. Wer Einfluss hat, bestimmt die Richtung.

Doch Jesus zeigt eine andere Logik. Die Logik des Reiches Gottes:

In diesem Reich zählt nicht, wer herrscht – sondern wer dient.
Nicht, wer sich durchsetzt – sondern wer liebt.
Nicht, wer über andere triumphiert – sondern wer für andere da ist.

Das ist eine Botschaft, die damals irritiert hat… und die auch heute herausfordernd bleibt. Denn auch wir tragen Erwartungen an Gott in uns. Wir wünschen uns, dass er eingreift, wenn das Leben schwierig wird, dass er Leid beendet, Konflikte löst und Ungerechtigkeit beseitigt.

Doch zugleich zeigt uns die Erfahrung: Aus Gedanken werden Worte, und aus Worten werden Taten. Was zunächst im Inneren entsteht, kann schließlich das Handeln von Menschen und Völkern prägen. Wir sehen das in unserer Zeit: Spannungen wachsen, Worte werden schärfer, Fronten verhärten sich. Kriege wie in der Ukraine oder Konflikte im Nahen Osten zeigen, wie schnell sich eine Spirale von Misstrauen und Gewalt entwickeln kann. Aber auch in unseren Gesellschaften sind wir davor nicht gefeit. Das Klima kann kippen – auch bei uns –, wenn Misstrauen, Abwertung und Spaltung Raum gewinnen.

Der Palmsonntag lädt uns deshalb ein, unsere Erwartungen und Haltungen ehrlich zu prüfen. Er lässt erkennen: Die Logik Gottes unterscheidet sich wesentlich von der Logik der Menschen. Im Maßstab der wehrlosen Liebe entspricht sie nicht dem Prinzip des Dreinschlagens, der Eroberung zum Machtgewinn, der Gewalt, die auf Provokation antwortet oder dem satten Gewinn auf Kosten der Armut ganzer Völker. Gott durchbricht den menschlichen Maßstab „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ oder „Wie du mir, so ich dir“ mit der herausforderndsten Antwort: Aus Liebe.

Liebe Schwestern und Brüder,

der Palmsonntag stellt uns gewissermaßen zwischen zwei Rufe: zwischen „Hosanna!“ und „Kreuzigt ihn!“. Zwischen Begeisterung und Enttäuschung. Zwischen Hoffnung und Zweifel.

Wir leben nicht nur im Jubel. Und wir leben auch nicht nur im Dunkel. Unser Leben bewegt sich oft zwischen diesen beiden Polen und gerade dort begegnet uns Christus.

Er kommt zu uns: nicht als der, der alle unsere Erwartungen erfüllt, sondern als der, der uns eine größere Hoffnung schenkt. Die Hoffnung ist, dass Gottes Liebe stärker ist als alles, was unser Leben verdunkeln kann.

Darum dürfen wir auch heute mit den Menschen von Jerusalem rufen: Hosanna – Herr, rette uns!

Im Vertrauen darauf, dass Gott selbst dort noch Wege eröffnet, wo wir nur noch ein Kreuz sehen.

Und im Vertrauen darauf, dass der Weg Jesu, so dunkel er am Karfreitag erscheinen mag, zum Licht der Auferstehung führt.

 

Amen.

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Fotos Christian Brunnthaler


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