Mit den Menschen leben - und den Auferstandenen zeichenhaft verdeutlichen

1. Elijah, Du hast zu Beginn dieser großen Liturgie deutlich gemacht: "Hier bin ich!" Und damit hast Du für Dich und Dein Leben das zum Ausdruck gebracht, was Jesus uns im Evangelium des heutigen Sonntags deutlich gemacht hat: Es geht um Ihn, um Jesus. Durch Handauflegung und Gebet wird für Dich klar: Dein Leben ist fortan eines, das diese ultimative Nähe Jesu zu seinem Vater deutlich und im wahrsten Sinn des Wortes angreifbar macht. Daher möchte ich Dir im Namen der Kirche einfach "Danke!" sagen für Deine Bereitschaft, damit wirklich Er, der Herr der Welt, der auferstandene Christus, in Dir und durch Dich erleb-bar wird. In Kirche und Welt brauchen wir ein solches Leben - mehrfach.
2. Wir Menschen wissen um unsere Endlichkeit, also darum, dass das Dasein hier auf Erden nie jene Vollkommenheit erreichen wird, nach der wir uns sehnen. Gott ist es, so unser Glaube, der vollendet. In der Spendung der Sakramente wird dies sinnenfällig erfahrbar und lebensbegleitend. Somit ist der Priester nicht einer, der aufgrund der Weihe "über" den Menschen steht, sondern er macht deutlich, dass Gott uns Menschen an- und ernstnimmt, dass Gott uns liebt und begleitet - selbst über die Schwelle des Todes hinaus. Das ist Vollendung des Lebens und nicht all das Irdische, das uns im Zeitalter der Technik von so vielen verheißen wird. Ja, Dein Dienst wird es sein, den Menschen diese Liebe Gottes sichtbar zu machen.
3. Wir Menschen wissen auch darum, dass wir nicht allein auf der Welt sind. Es gibt viele neben uns, mit denen wir zusammentreffen und unterwegs sind. Andererseits erfahren wir immer wieder, gerade heute, dass Einsamkeit und alleingelassen Werden trotz der weltweiten Verbundenheit, die uns geschenkt ist, zunehmen. Zudem werden Konflikte offenbar, weil das Miteinander verloren geht. - Der Priester hingegen macht in seinem Dienst die Botschaft des Evangeliums deutlich: Der Nächste neben mir ist, weil er von Gott mit derselben Liebe geliebt wird, wie ich, von gleicher Bedeutung wie ich mir selbst es bin: "Liebe deine Nächsten wie dich selbst!", ist von uns Menschen und erst recht von jenen, die sich Christen nennen, mehr als ein von außen auferlegtes Gebot, sondern die Nächstenliebe ist ein ganz wesentlicher Bestandteil unseres Seins. Wir erhalten als Geschöpfe von Gott her unsere Identität, weil ER uns alle anredet. Als Geschöpfe Gottes leben wir nie aus der Abgrenzung voneinander, die uns trennt und auseinanderdividiert.
4. Wir Menschen wissen uns in diese Welt hineingestellt - sie ist uns von Gott anvertraut. Wir sind nicht Herren der Erde, sondern die Schöpfung ist uns gegeben, damit wir sie Gott entsprechend verwalten und gestal-ten. Wenn während der Feier von Gottesdiensten Irdisches als Zeichen für die Nähe Gottes genommen wird, wird dies deutlich gemacht. - Der Priester steht für das Menschsein in all seinen Dimensionen und damit für das Eingebettetsein von uns und unserer Umwelt in das gemeinsame Haus, das uns unsere Welt ist. Das Achten der Natur ist nicht Beiwerk unseres Glaubens, sondern ein Bekenntnis, aus dem wir leben, weil wir eben um Christus wissen und durch Christus neue Menschen geworden sind.
Lieber Elijah!
5. Gott nimmt heute Deine Fähigkeiten, Deine Geschichte, Deinen Glauben, ja Dich als ganzen Menschen an, so wie Du heute hier bist. Und damit sendet er Dich hinein in unsere Diözese als einen Priester, der dem Leben, dem Glauben und den Menschen dient und ihnen hilft, den richtigen Weg zu erkennen; den Weg mit Gott. So begleite Dich Gottes reicher Segen in eine gute Zukunft - für Dich und für alle, denen Du begegnen wirst!