Friede - Die neue Ausgabe der zeit+schrift ist da!

Auf ein Wort
Das Lexikon für Theologie und Kirche in der Ausgabe 2006 weist beim entsprechenden Artikel darauf hin, dass Friede als ein erstrebenswertes Ideal in mehr oder weniger allen Religionen eine Rolle spielt. Erwähnt werden dabei Rituale der Naturreligionen, Schalom im Judentum, „Islam“ als Hingabe an Gott, das Wohlwollen, das Buddha allen Lebewesen entgegenbringt, die Gewaltfreiheit eines Mahatma Gandhi und natürlich die Seligpreisungen Jesu, wie sie uns in den Evangelien überliefert sind: Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.
Gleichzeitig wird erwähnt, dass alle Religionen immer wieder in Kriege verwickelt waren und sind. Dabei wurde und wird die Legitimation für Gewalt nicht zuletzt aus den Heiligen Schriften und Traditionen abgeleitet. Die beiden großen Weltkriege des 20. Jahrhunderts haben in der Theologie ein großes Nachdenken angeregt, wie Frieden theologisch begründet werden kann, ja begründet werden muss.
Seit Johannes XXIII. weisen die Päpste immer wieder darauf hin, dass es aus der Heiligen Schrift keine Legitimation für Krieg und Gewalt geben kann. Die Bischöfe von Rom werden seit Jahrzehnten nicht müde, in unzähligen Schreiben und Botschaften den Frieden in die Mitte ihrer Verkündigung zu stellen. Dazu findet sich auch ein Beitrag in diesem Pfarrblatt.
Wir dürfen vermehrt darüber nachdenken, wie Frieden in unserem Alltag umgesetzt und gelebt werden kann. Es liegt an uns, kleine Schritte zu gehen und konkrete Zeichen eines friedlichen Miteinanders zu setzen. Diese Ausgabe unserer Zeitschrift soll dabei inspirieren und begleiten.
Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre und vor allem einen schönen und friedvollen Sommer.
Dr. Ewald Pristavec
Dompfarrer und Stadtpfarrpropst
